Über unser Kaschmir

Baotou, eine aufstrebende Industriestadt im Norden Chinas, genauer gesagt in der autonomen Region Innere Mongolei. Mit geschätzten 2,5 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt in der Region, größer noch als die Hauptstadt Hohhot. Die mit 22km längste Straße der Stadt heißt Stahlstraße, nach dem wichtigsten Exportgut. Aber ganz in der Nähe und doch unendlich weit entfernt gibt es noch ein Produkt, das seit Alters her mit der Region und ihren Einwohnern eng verbunden ist: das Cashmere.

Wenn man die Stadt am Gelben Fluss einmal in nördlicher Richtung hinter sich gelassen hat, geht es hinein in die Entlegenheit der Berge. Hier verläuft der älteste Teil der Chinesischen Mauer, der etwa 300 Jahre v.Chr. vorwiegend aus gestampfter Erde errichtet wurde. Hier ist die Gegend bereits sehr karg von Bewuchs und man kann sich gut vorstellen, dass es im Winter mit minus 25° C bitterkalt wird.

Immer weiter hinauf in die Berge begegnen einem die ersten Sommerlager der Kaschmir-Hirten, die ihre Tiere jeden Tag über die Anhöhen begleiten müssen, damit diese genügend Futterpflanzen finden können.

Kaschmirziegen entwickeln ein besonders feines, langfädiges Unterhaar, das einmal im Jahr von Ende Mai bis Anfang Juni behutsam ausgekämmt wird. Pro erwachsener Ziege gewinnt man bis zu 1kg Haar, von dem nach der Reinigung nur etwa 400gr. übrigbleiben.

Die Ziegen in ihrer Schutzhütte.

Die Ziegenfarmer.

In diesem Teil Chinas steht die größte buddhistische Tempelanlage des Landes, aktiv von Priestern bewirtschaftet, die hier Unterricht und Ausbildung erfahren. Tibetanischer Buddhismus in der Inneren Mongolei mag einen im ersten Moment überraschen, aber im tibeto-mongolischen Raum hat diese aus Indien stammende Religion sich entscheidend ausgeprägt.

Die Religiösität der hiesigen Bevölkerung, seien es Han-Chinesen oder Mongolen, ist stark ausgeprägt und äußert sich respektvoll in Mildtätigkeit und Gebeten.

Hier erschließt sich auch der Zusammenhang zwischen den so entfernt voneinander gelegenen Gebieten, in denen traditionell Cashmere genutzt wird: es sind einerseits die gebirgsnomadische Lebensweise der Hirten, wie man sie auf diesem Tempelbild mit Reitern, Priestern, Jurte, Kamelen und Ziegen (!) studieren kann. Aber das vermutlich zentrale Bindeglied ist die buddhistische Lehre.

Hier sieht man das Cashmere im unverarbeiteten Zustand.

Haarlänge und Feinheit sind die entscheidenden Kriterien für eine Spitzenqualität. Dafür bietet das Klima in der Inneren Mongolei die optimalen Voraussetzungen, weshalb diese Region auch unbestritten die besten Qualitäten hervorbringt.

Bevor aus einem Knäuel Ziegenhaar das Luxusprodukt Cashmere werden kann sind natürlich sehr viele Prozesse notwendig, die im Falle unseres Produzenten alle in einer Hand liegen. Das Haar kauft er direkt bei den Hirten – gegen Barzahlung bei Abholung, versteht sich.

Reinigung des Haares, zunehmende Verfeinerung durch viele Durchläufe in der Krempel, Färben, Mischen, Spinnen, Stricken oder Weben, Waschen, Bügeln und Verpacken: alles aus einer Hand.

Das Wichtigste dabei ist die Überprüfung der Ergebnisse auf den einzelnen Stufen im Labor oder, wie auf dem Bild, vermittels Durchlicht-Kontrolle.

Unsere Schals werden Computer-gestützt produziert, die Mützen entstehen in aufwändiger Handarbeit.